Archiv des Monats “August 2018

Timeboxing Technik – in kürzester Zeit zu kreativen Ideen

Im Video erkläre ich allgemein wie man die Timeboxing Technik einsetzen kann und was für Vorteile sie mit sich bringt. Außerdem gibt es eine Timeboxing-Challenge  zum Thema “Icons”, die Ihr auch gerne selbst ausprobieren könnt:
Icon Studio Aufgabe (pdf)

Wer sich weiter im “Timeboxing” üben möchte, hat bei unserem letzten Sommerloch Event “Think inside out the timebox – Kreative Ideen in wenigen Minuten” die Gelegenheit dazu.

Anmeldung über Eventbrite: https://www.eventbrite.de/e/think-inside-out-the-timebox-kreative-ideen-in-wenigen-minuten-tickets-48730934537?aff=ehomecard

Timeboxing Technik

Timeboxing ist eine interessante Technik, um aus Elefanten erstmal kleine Mücken zu machen. Wichtig ist, dass es nicht darum geht möglichst viel Druck aufzubauen, sondern vielmehr sollen durch die zeitliche Begrenzung Freiheiten zum experimentieren und kreativ werden geschaffen werden.

Ablauf einer Timeboxing Session

Der Ablauf von Timeboxing ist immer ähnlich, die Parameter können aber an die jeweiligen Bedürfnisse angepasst werden.

  1. Aufgabe auswählen: Im Grunde sind jegliche Aufgaben für Timeboxing geeignet. Besonders bieten sich ungeliebte Aufgaben an bei denen man sonst sehr viel Zeit verliert oder Dinge die man schon länger aufschiebt.
  2. Leitplanken und Ziel definieren: Neben der Aufgabenstellung braucht es zusätzliche Leitplanken, die den Scope der Aufgabe möglichst klein halten. Diese sollten zum Ziel passen das mit der Methode erreicht werden soll (z.B. etwas Neues lernen/ ausprobieren, auf neue Ideen kommen, eine gemeinsame Teamvision entwickeln…)
  3. Zeitrahmen: Als nächstes wird die Dauer festgelegt. Diese sollte im realistischen Verhältnis zur Aufgabenstellung und dem Ziel stehen. In einer Minute können schon viele neue Ideen entstehen, manches braucht natürlich länger. Hier einfach auch experimentieren und gerne mal mit sportlichen Zeitvorgaben beginnen.
  4. Stay focused: Los geht’s! Die Zeit läuft und es wird versucht nicht weniger als das beste Resultat, welches in der Zeitvorgabe möglich ist, zu erreichen. Der Fokus liegt nun ganz auf der Erfüllung der Aufgabe.
  5. Retrospektive: Die Zeit ist um. Dennoch sollte man sich die Zeit nehmen noch einmal kurz zurück zu schauen: Was ist das Ergebnis? Ist das Ziel erreicht? Wenn nicht, was hat gefehlt um es zu erreichen? Was kann verbessert werden? Braucht es weitere Leitplanken? Wie geht es weiter?

Vorteile von Timeboxing

Vorteil der Timeboxing Technik ist, dass man sich auf eine Sache konzentriert und sich weniger ablenken lässt. Außerdem wird Kreativität gefördert, da auch spontane Einfälle eine Chance haben. Anders ausgedrückt: Man verliert sich weniger Analyse und trifft schnellere Entscheidungen, die im geschützten Rahmen stattfinden und daher niemandem wehtun.

Übung macht den Meister!

Je mehr Erfahrungen man mit Timeboxing sammelt, desto leichter fällt es schnell umzuschalten und in den Flow zu kommen. Man kommt schnell zu einem Ergebnis zu dem man wiederum Feedback einholen kann. Das ist motivierend und macht besonders in der Gruppe viel Spaß. 

Entspannen!

Wichtig nochmal zum Schluss: Es geht nicht darum, sich selbst oder das Team einem permanenten Stress auszusetzen. Daher sollten sich Phasen hoher Konzentration mit Phasen der Entspannung abwechseln. Bei Teams sollte zudem darauf geachtet werden, dass es nicht im Battle-Modus endet: „Ich hab viel mehr Ideen als du gesammelt“.  Lieber die entstandenen Ideen als kooperativen Erfolg gemeinsam feiern! 

Methode: “Entscheidungs-Tetris” – Entscheidungsfindung mittels Visualisierung

Tagtäglich treffen wir unsere Entscheidungen, viele davon ganz unbewusst und „aus dem Bauch“ heraus. Aber anders als bei der einfachen Entscheidungsfrage „Welche Tomaten kaufe ich?“ im Supermarkt begegnen uns im beruflichen wie privaten Leben schon mal kniffligere Entscheidungsdilemmata, die uns beunruhigen, unter Druck setzen und irgendwie den Blick auf das versperren, was uns eigentlich wichtig ist. Oder mit einem Zitat von Heinz von Foerster ausgedrückt: “Nur die Fragen, die prinzipiell unentscheidbar sind, können wir entscheiden.“

Vor kurzem stand ich selbst mal wieder vor solch einem Entscheidungsproblem, bei dem es darum ging wie ich meine Kapazitäten auf anstehende Projekte verteile und ob ich nicht etwas abgeben sollte. Also habe ich viel mit anderen darüber geredet, viel nachgedacht, noch mehr nachgedacht und noch mehr nachgedacht – und bin zur keiner Lösung gekommen. Interessant, dass ich aus meiner Arbeit als UX Designerin eigentlich eine Menge Strategien kenne, um aus einer Flut an Informationen konkrete Design-Entscheidungen abzuleiten. Was mir also fehlte waren passende Visualisierungsformen für meine Entscheidungsfrage, um mir einen Gesamtüberblick zu beschaffen. 

Ein Tool, das ich in diesem Fall ausprobiert habe, möchte ich an dieser Stelle kurz vorstellen. Ich habe es in Anbetracht der schönen geometrischen Ausgangsform mit Ausbaumöglichkeiten zu allen Seiten kurzerhand „Entscheidungs-Tetris“ getauft. 

Der Aufbau ist ziemlich simpel: In der Mitte steht die Entscheidungsfrage, z. B. „Soll ich Projekt XY abgeben?“. Rechts und links steht die bekannte „Pro/Contra“-Abwägung. Da diese schnell auch mal in die Irre führen kann (z. B. wenn mehr Aspekte auf der Contra-Seite stehen, aber das nur Kleinigkeiten sind, die eigentlich gar nicht so ins Gewicht fallen) habe ich noch weitere Felder nach oben und unten erweitert. Das eine sind „offene Fragen“, die in meinem Kopf herumspuken und die ich gar nicht alleine klären kann, weil beispielsweise von meiner Entscheidung auch andere Personen betroffen sind. Eine weitere Ergänzung stellen die „Prinzipien/Bedingungen/ Entscheidungskriterien“ dar. Diese sind wichtig für die Einordnung oder Gewichtung der Pro/Contra-Liste, da ich hier definiere, was ich mir grundsätzlich durch meine Entscheidung erhoffe. Auf das Beispiel bezogen könnte hier eine Bedingung sein „Finanzielle Sicherheit schaffen“ oder „Genügend Freizeit für meine Hobbys haben“.

Wichtige Grundregel: Das Bild darf nach allen Seiten wachsen. Es gibt in diesem Sinne keine feste Reihenfolge in der man die Cluster bearbeitet. Das Quadratisch-Praktisch-Geometrische Format deutet es vielleicht schon an: Man kann hier wunderbar mit Post-Its an der Wand arbeiten, dann hat man die Teile beweglich, falls sich ein Contra über Nacht zum Pro verwandelt oder offene Fragen bereits gelöst sind. Fazit: Entscheidungsfindungs-Tools geben eine Übersicht über die Entscheidungsdimensionen, können je nach Fragestellung neu gewählt werden und unterstützen dabei die Perspektive zu wechseln. 

Wer neugierig auf weitere Tools geworden ist und diese gleich selber ausprobieren möchte, dem sei unser nächstes Sommerloch-Event am Donnerstag den 30.08.2018 ab 18:00 Uhr empfohlen. Anmeldung über Eventbrite: https://www.eventbrite.de/e/ja-nein-vielleicht-spater-neue-wege-entscheidungen-zu-treffen-tickets-48730455103

Wir haben Sommerloch

Geht es nur mir so oder haben noch mehr den Eindruck, dass derzeit keiner mehr über etwas anderes spricht als „die Hitze“? Freunden ist es „zu heiß“ zum Grillen, im Meeting ist es „zu heiß“ um eine Entscheidung zu treffen, zu Hause ist es „zu heiß“ um zu schlafen. Was ist denn nur aus den anderen Hypethemen geworden? Agilität, Experience oder noch präziser gefragt, was macht die AI, die „Allgemeine Intelligenz“? Eindeutige Diagnose: Wir haben Sommerloch.

Bei der ganzen Hitze kann man schnell vergessen, was für eine wunderbare Zeit der Sommer eigentlich ist. Überall scheinen nämlich die Uhren etwas langsamer zu ticken. Und während die Autobahnen und die Freibäder voll sind, gibt es ganz viele Orte in der Stadt, die man auf einmal fast für sich alleine haben kann: Das Kino, das Museum, die Sauna, die Bibliothek, das Großraumbüro (wenn viele der Kollegen im Urlaub sind)… Und es ist eine Zeit in der man sich gut und gerne auch mal wieder ganz genussvoll langweilen kann, so wie früher während der Schulzeit, als einem 6 Wochen Sommerferien wie eine Ewigkeit vorkamen.

Für alle die mit uns diese besondere Zeit feiern möchten und gleichzeitig dafür nutzen möchten, etwas neues zu lernen, haben wir die Veranstaltungsreihe „SOMMERLOCH OHNE VERBLÖDEN“ ins Leben gerufen. Die Veranstaltungsreihe gibt an drei verschiedenen Abenden Impulse für das (berufliche wie private) Leben. Nach dem Motto: Mit Spaß, Kreativität und Köpfchen gegen die Sommermüdigkeit! Für genügend Abkühlung ist ebenfalls, durch kühle Getränke und gut klimatisierte Räumlichkeiten (in unserem Denkhafen), gesorgt.

Die erste Veranstaltung findet am Donnerstag den 16.08. ab 18:00 Uhr statt. Dr. Christian Hoffstadt gibt uns an diesem Abend Einblicke in das extrem heiße Thema „Böse Argumente – Erkennen – Erleben – Eliminieren“.

Am 04.09.2018 halte ich einen Workshop zum Thema “Think inside out the timebox – Kreative Ideen in wenigen Minuten”. Wir experimentieren mit verschiedenen Kurzzeit- und Ultrakurzzeit- Kreativitätsmethoden und unterschiedlichen Materialien.

Die All-Inclusive-Tickets gibt es über Eventbrite (45€ / pro Veranstaltung):
https://www.eventbrite.de/o/dr-christian-hoffstadt-17640735763

Wir freuen uns auf euch!