Archiv des Monats “Juni 2018

Mehr Mensch als Maschine: Beim 3. Karlsruher Coaching LAB Event ging es ganz schön „nicht-trivial“ zur Sache

Trivial ist das nicht: Jedes Coaching LAB ist anders, was dabei herauskommt stets auch für uns als Veranstalter nicht vorhersehbar. Für uns Anlass das wunderbare Zitat von Heinz von Förster „Der Mensch ist eine nicht-triviale Maschine“ zum Motto des dritten Karlsruher Coaching LABs zu machen. Dieses fand erneut in den Räumlichkeiten der ZKM Open Codes Ausstellung statt. 

Dass der Mensch, anders als der Computer, auf eine Eingabe ganz kreativ und mit vielfältigen Handlungsoptionen reagieren kann, das durften Teilnehmer wie auch Organisatoren gleich zu Beginn unter Beweis stellen. Anstatt der obligatorischen Vorstellungsrunde griff jeder in eine geheimnisvolle „Blackbox“ und zog drei Zettel heraus auf denen sich seltsame Wörter befanden wie z. B. „Suppenkelle“, „Fensterglas“ und „vornehm“. Egal wie abstrus die Wortkombinationen waren, jedem gelang es sich anhand von zwei der gezogenen Begriffe in kürzester Zeit vorzustellen. Der dritte Zettel durfte dann intuitiv an eine Person nach Wahl weitergegeben werden. 

Nach dem gemeinsamen Kennenlernen ging es dann wieder in die unterschiedlichen Sessions:

Christa nutzte erneut das Ausstellungsexponat »Phenotypes/Limited Forms« und zeigte wie man mittels der Kraft der Bilder ein persönliches Anliegen schärfen und bearbeiten kann. Während eine der Teilnehmerinnen ihr echtes Anliegen im Storytelling erzählte, unterstützte der Rest der Gruppe sie durch neue Perspektiven und Ideen. 

Christian reiste mit seinen Ideentüftlern in die Zukunft, genauer: nach Karlsruhe im Jahr 2048. Die vom Zukunftsforscher Robert Jungk mitbegründete Methode „Zukunftswerkstatt“ schafft es, dass sich vollkommen fremde Menschen eine gemeinsame Vision für die Zukunft erschaffen. Aus den utopischen Vorstellungen eines „Wunschhausens“ können wieder erste machbare Schritte für eine bessere Gesellschaft abgeleitet werden.  

In Annas Kreativ-Session schrieben die Teilnehmer zunächst eine praktische Bedienungsanleitung für sich selbst und visualisierten diese anschließend in Form einer „nicht-trivialen“ Mensch-Maschine. Zitat einer Teilnehmerin: „Ich hatte die Befürchtung, dass am Ende eine Maschine rauskommt. Tatsächlich war das Ergebnis aber sehr menschlich!“

Unser Fazit: Wieder einmal waren wir begeistert von der Offenheit und Experimentierlust von allen die dabei waren. Dass wir trotz des offenen Formates und den unkonventionellen Bedingungen im Ausstellungsraum des ZKMs auch wieder tolle Ergebnisse und Erlebnisse geschaffen haben freut uns ganz besonders! 

Die nächsten Coaching LAB Events wird es am 13. September und am 8. November geben. Dank Ausstellungsverlängerung wieder in der ZKM Ausstellung „Open Codes“.

Wir freuen uns!

Anna, Christa & Christian 

Referenz: Support your local trail! Trailcenter Albtal

Mit der Entwicklung eines individuellen Logos unterstütze ich den Traum von legalen, konfliktfreien und nachhaltigen Mountainbikestrecken direkt vor der Haustüre, kurz: Trailcenter Albtal. Die Logoidee: Ein bißchen Reifenspur, ein bißchen Schwarzwaldtanne, ein bißchen Kicker, ein bißchen Albtal, ein bißchen Nachhaltigkeit, ein bißchen Natur, ein bißchen Wegweiser, ein bißchen mehr…

mehr Infos zum Projekt

Referenz: connyun – von der Vision zum ersten Produkt

Als freie UX Designerin unterstütze ich seit Oktober 2017 die connyun GmbH im Bereich User Experience. Das sagt connyun über die bisherige Zusammenarbeit:

Die connyun GmbH wurde durch Anna Zinßer (ungleich anders | anna zinßer – freie kreative, ux designerin) optimal im Bereich User Experience unterstützt. Sie begleitete uns von der Ausgestaltung unserer ambitionierten Industrial IoT Cloud Vision bis hin zur konkreten Umsetzung des ersten Produkts. Frau Zinßer leitete dabei nicht nur die Gestaltung des Userinterfaces, sondern trug auch maßgeblich zur agilen Umsetzung des Entwicklungsprozesses bei. Sie führte dabei Design Thinking Workshops durch, mit deren Hilfe zentrale Produktaspekte entscheidend verbessert wurden. Insgesamt brachte Frau Zinßer ihre fundierte B2B UI Design Erfahrung ein, um elegante, optimal bedienbare und darüber hinaus wirtschaftlich realisierbare Oberflächen zu entwickeln.

Wir bedanken uns für die tolle Zusammenarbeit und empfehlen Frau Zinßer gerne weiter.

Methode: Verrückte Mensch Maschine

In der Zusammenarbeit mit anderen merken wir oft am schnellsten wie wir selbst so ticken: Es gibt Projekte bei denen läuft die Zusammenarbeit wie am Schnürchen, alle Rädchen greifen gut ineinander und mit dem Ergebnis sind alle super-zufrieden – das macht Spaß, bringt einen weiter und motiviert zur Höchstleistung…

Aber sind wir mal ehrlich, eigentlich knirscht es auch in den grandiosesten  “A-Teams” ab und zu mal. Das kann mitunter sogar sehr produktiv sein! Frustrierend ist es jedoch, wenn tolle Projekte lahm gelegt werden, weil (un-)bewusste Spannungen im Team permanent Steinchen ins Getriebe werfen. Das Individuum neigt in diesem Fall häufig dazu, eine offensichtliche “Schwachstelle” im System zu identifizieren (Aus meiner Erfahrung: “Du kommst ja immer so spät, da klappt das nicht gut!”).  Was zu noch mehr geworfenen Steinchen führt. Wie heißt es da so schön: Erst einmal an die eigene Nase fassen!

Wenn wir uns bewusster machen, wie wir so ticken, wo wir gut connecten, was uns auf die Palme bringt, legen wir einen soliden Grundstein für eine offene und konstruktive Kommunikation. Aus meiner Erfahrung heraus funktioniert das besonders gut mit einer wohldosierten Portion Selbstironie. Aus diesem Grund habe ich eine Methode zusammengestellt, die sich einerseits mit den persönlichen Faktoren der Zusammenarbeit beschäftigt und andererseits ein visuelles Feedback darüber zurückspielt, über dass gerne selber geschmunzelt werden darf.

Gebrauchsanweisung

1. Betriebsanleitung für mich selbst

Im ersten Schritt schätzen sich die Teammitglieder selbst ein und verfassen eine Art Betriebsanleitung über sich selbst. Es gibt verschiedene Fragenbeispiele, die man im Internet finden kann. Wichtig ist, dass die Betriebsanleitung nicht zu überdimensioniert ausfällt und die Eigenschaften und Verhaltensweisen gut durch Schlagworte auf den Punkt gebracht werden.

Sobald jeder seine Betriebsanleitung verfasst hat, stellen sich die Mitglieder diese gegenseitig vor. Anschließend kann diese Selbstwahrnehmung noch durch die Außenwahrnehmung ergänzt werden. Dazu setzt sich immer ein Mitglied auf den sogenannten “Feedback-Thron” und drum herum berichten die anderen, welche Erfahrungen sie in der Zusammenarbeit mit der entsprechenden Person gemacht haben. Der/Die Feedbacknehmer*in macht sich Notizen und ergänzt die Punkte die er/sie aufnehmen möchte in der Betriebsanleitung, kommentiert oder rechtfertigt sich jedoch nicht laut gegenüber den Feedbackgeber*innen.

2. Bauteile entwerfen

Jeder schaut in seiner Betriebsanleitung welche Schlagwörter, Eigenschaften oder Verhaltensweisen herausstechen und sammelt diese in einer Liste. Anschließend versucht jeder seine Begriffe mit einem einfachen Symbol zu visualisieren, das neben den Begriff gezeichnet wird.

Alle “Bauteile”-Listen werden an der Wand ausgestellt, sodass jeder einen Blick darauf werfen kann. Für den weiteren Verlauf gilt: Jeder darf bei jedem “klauen” bzw. sich inspirieren lassen, wenn man sich mit dem “Bauteil” von jemand anderem identifizieren kann.

3. “Maschine” zusammenbauen

Im letzten Schritt werden die Teile zusammengefügt und unsere innere “Machine” geprototypt: Wie hängen die Dinge zusammen? Was treibt den Motor an? Was schaltet die Machine ab? Wo sind die Schnittstellen zu anderen? Wo sind die sensiblen Bereiche? Wie sind diese geschützt? Die Bauteile aus Schritt 2 können jederzeit um weitere Elemente ergänzt werden z.B. Verbindungsstücke, Schalter, Weichen…

Die “Maschinen” werden zum Abschluss ausgestellt und besprochen. Schön ist es, wenn sie auch eine Weile im Teamspace hängen bleiben können.  Da es sich bei dieser Methode immer um “Momentaufnahmen” handelt, lohnt es sich die Bilder zu verwahren und zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal hervorzuholen und ggf. zu wiederholen.

 

Fazit

Ein schönes Zitat einer Teilnehmerin: “Ich hatte die Befürchtung, dass am Ende eine Maschine rauskommt. Tatsächlich war das Ergebnis aber sehr menschlich!”

Arbeitsblatt zum Download