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Infografik: Agile Meetups

Die folgende Infografik ist mein Ergebnis der zweiten Iteration des Booksprints “Perspektiven der Agilität“*. In der ersten Iteration hatte ich bereits einen Essay über agile Lernräume geschrieben und parallel die Befragung von agilen Meetups in Deutschland gestartet. Nun hatte ich Gelegenheit in 2,5 Tagen die Ergebnisse auszuwerten und in grafische Form zu bringen.

Die Infografik ist als eine Landkarte zum Thema “Agile Meetups”  zu verstehen. Ähnlich wie die ersten Kartografen habe ich das Gebiet  zu Fuß und ohne große Hilfsmittel beschritten und meine Beobachtungen aufgezeichnet. Die Beschreibungen zu Merkmalen und Ausprägungen können als Orientierungspunkt dienen z.B. für Agilisten, die eine eigene Initiative starten wollen oder für Organsiatoren, die ihre Formate kontinuierlich weiterentwickeln.

Darüberhinaus freue ich mich wenn die “weißen” Flecken, die ich nicht begehen konnte weiter aufgedeckt werden. Wenn du ein agiles Meetup organisierst, das hier nicht auftaucht, dann würde ich mich freuen wenn wir uns vernetzen, damit die Grafik genauer wird.


* Den Booksprint “Perspektiven der Agilität” organisiert das Karlsruher Coaching LAB in Zusammenarbeit mit dem ZKM Karlsruhe. Bei dem Format geht es darum gemeinsam in kürzester Zeit ein Buch zu schreiben. Die Teilnehmergruppe organisiert sich dabei selbst und bestimmt z.B. Themen, Art der Veröffentlichung, Prozesse der Zusammenarbeit. Teilnehmen kann jeder der sich für das Thema interessiert, die Gruppe setzt sich immer wieder neu zusammen. Eine Iteration drei ist angedacht. Mehr Infos gibt es unter: www.agile-booksprint.de

Kreative (Selbst-) Organisation

Ich behalte gerne den Überblick über die Ideen und Projekte die mich beschäftigen und noch lieber bringe ich Dinge die ich angefangen habe (und von denen ich überzeugt bin) zu einem guten Ende. In doppelter Hinsicht präsentiere ich daher heute stolz mein individuelles Projekt-Vision-Board.

Ich nutze schon seit Beginn meiner freiberuflichen Selbstständigkeit ein virtuelles Board (Trello), das in der Tat schon sehr gut hilft um mich zu organisieren und Prioritäten zu setzen. Allerdings ist dieses zum Teil schon sehr fein-granular auf der Ebene von einzelnen Aufgaben, die ich zeitnah erledigen möchte oder sollte. Was mir gefehlt hat ist ein Board was ein bißchen weiter in die Zukunft schauen lässt, weil “während dem Projekt ist irgendwann nach dem Projekt, ist vor dem Projekt” und auf dem zudem meine neuen oder noch nicht umgesetzten Ideen Platz finden.

Da es schön ist eine Vision vor Augen zu haben entschied ich mich für ein physisches Board, dass jetzt frisch bemalt und zusammengeklebt bei mir am Schreibtisch im Rheinhafen hängt.

Zum Aufbau: Anstatt der typischen (Kanban-) Spalten habe ich mich für eine eigene Variante mit “Ideas – Work – Care” entschieden. Eine “Done” Spalte macht auf diesem Board für mich wenig Sinn, da es ja nur für mich ist und nicht der Abstimmung mit anderen dient. Stattdessen ist mir der “Care” Aspekt, also was mache ich mit abgeschlossenen Projekten, wichtiger:  Was habe ich gelernt? Was sollte ich weiter beobachten? Welche Themen schließen an? Kann ich daraus neue Ideen/Projekte gewinnen?  Dank Lego kann ich auch noch weitere Visualisierungen schnell auf mein Board bringen z.B. Kunden und Projektpartner, für die ich jeweils Figuren vergeben habe. So entsteht meine ganz individuelle Projekt-Visions-Landschaft.

 

Timeboxing Technik – in kürzester Zeit zu kreativen Ideen

Im Video erkläre ich allgemein wie man die Timeboxing Technik einsetzen kann und was für Vorteile sie mit sich bringt. Außerdem gibt es eine Timeboxing-Challenge  zum Thema “Icons”, die Ihr auch gerne selbst ausprobieren könnt:
Icon Studio Aufgabe (pdf)

Wer sich weiter im “Timeboxing” üben möchte, hat bei unserem letzten Sommerloch Event “Think inside out the timebox – Kreative Ideen in wenigen Minuten” die Gelegenheit dazu.

Anmeldung über Eventbrite: https://www.eventbrite.de/e/think-inside-out-the-timebox-kreative-ideen-in-wenigen-minuten-tickets-48730934537?aff=ehomecard

Timeboxing Technik

Timeboxing ist eine interessante Technik, um aus Elefanten erstmal kleine Mücken zu machen. Wichtig ist, dass es nicht darum geht möglichst viel Druck aufzubauen, sondern vielmehr sollen durch die zeitliche Begrenzung Freiheiten zum experimentieren und kreativ werden geschaffen werden.

Ablauf einer Timeboxing Session

Der Ablauf von Timeboxing ist immer ähnlich, die Parameter können aber an die jeweiligen Bedürfnisse angepasst werden.

  1. Aufgabe auswählen: Im Grunde sind jegliche Aufgaben für Timeboxing geeignet. Besonders bieten sich ungeliebte Aufgaben an bei denen man sonst sehr viel Zeit verliert oder Dinge die man schon länger aufschiebt.
  2. Leitplanken und Ziel definieren: Neben der Aufgabenstellung braucht es zusätzliche Leitplanken, die den Scope der Aufgabe möglichst klein halten. Diese sollten zum Ziel passen das mit der Methode erreicht werden soll (z.B. etwas Neues lernen/ ausprobieren, auf neue Ideen kommen, eine gemeinsame Teamvision entwickeln…)
  3. Zeitrahmen: Als nächstes wird die Dauer festgelegt. Diese sollte im realistischen Verhältnis zur Aufgabenstellung und dem Ziel stehen. In einer Minute können schon viele neue Ideen entstehen, manches braucht natürlich länger. Hier einfach auch experimentieren und gerne mal mit sportlichen Zeitvorgaben beginnen.
  4. Stay focused: Los geht’s! Die Zeit läuft und es wird versucht nicht weniger als das beste Resultat, welches in der Zeitvorgabe möglich ist, zu erreichen. Der Fokus liegt nun ganz auf der Erfüllung der Aufgabe.
  5. Retrospektive: Die Zeit ist um. Dennoch sollte man sich die Zeit nehmen noch einmal kurz zurück zu schauen: Was ist das Ergebnis? Ist das Ziel erreicht? Wenn nicht, was hat gefehlt um es zu erreichen? Was kann verbessert werden? Braucht es weitere Leitplanken? Wie geht es weiter?

Vorteile von Timeboxing

Vorteil der Timeboxing Technik ist, dass man sich auf eine Sache konzentriert und sich weniger ablenken lässt. Außerdem wird Kreativität gefördert, da auch spontane Einfälle eine Chance haben. Anders ausgedrückt: Man verliert sich weniger Analyse und trifft schnellere Entscheidungen, die im geschützten Rahmen stattfinden und daher niemandem wehtun.

Übung macht den Meister!

Je mehr Erfahrungen man mit Timeboxing sammelt, desto leichter fällt es schnell umzuschalten und in den Flow zu kommen. Man kommt schnell zu einem Ergebnis zu dem man wiederum Feedback einholen kann. Das ist motivierend und macht besonders in der Gruppe viel Spaß. 

Entspannen!

Wichtig nochmal zum Schluss: Es geht nicht darum, sich selbst oder das Team einem permanenten Stress auszusetzen. Daher sollten sich Phasen hoher Konzentration mit Phasen der Entspannung abwechseln. Bei Teams sollte zudem darauf geachtet werden, dass es nicht im Battle-Modus endet: „Ich hab viel mehr Ideen als du gesammelt“.  Lieber die entstandenen Ideen als kooperativen Erfolg gemeinsam feiern!