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Design Thinking – Worauf kommt es an?

Design Thinking – das methodische Framework um zu lernen wie ein Designer zu denken – hat mittlerweile unzählige Fans in den unterschiedlichsten Branchen & Bereichen. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ein Design Thinking Workshop ein tolles Mittel sein, um die Nutzer in die Köpfe und Herzen der (Produkt-) Entwickler zu bringen und ist zudem ein toller Perspektivenöffner für innovative Ideen. Wie so vieles ist Design Thinking aber kein Selbstläufer: Es ist ein “Spiel” (bzw. ein Prozess der viel Spaß machen kann) mit klaren Regeln, das ein hohes Maß an Offenheit erfordert. Für manche Teilnehmer ist die ergebnisoffene Vorgehensweise eine nicht zu unterschätzende Herausforderung, womit stets sensibel umgegangen werden sollte.
Die richtige Erwartungshaltung aller Beteiligten, eine gute Vorbereitung sowie ein reflektierter Umgang mit der Methode sind daher meines Erachtens eine der Grundvoraussetzung für das Gelingen.

Für alle die mal in die Methode “Design Thinking” reinschnuppern möchten und einen guten Überblick suchen, empfehle ich den Artikel von Jasmina Hrustanovic (Contract KG) “5 Tipps für einen gelungenen Design Thinking Workshop” , der die Grundgedanken sehr schön auf den Punkt bringt.

Methode: Verrückte Mensch Maschine

In der Zusammenarbeit mit anderen merken wir oft am schnellsten wie wir selbst so ticken: Es gibt Projekte bei denen läuft die Zusammenarbeit wie am Schnürchen, alle Rädchen greifen gut ineinander und mit dem Ergebnis sind alle super-zufrieden – das macht Spaß, bringt einen weiter und motiviert zur Höchstleistung…

Aber sind wir mal ehrlich, eigentlich knirscht es auch in den grandiosesten  “A-Teams” ab und zu mal. Das kann mitunter sogar sehr produktiv sein! Frustrierend ist es jedoch, wenn tolle Projekte lahm gelegt werden, weil (un-)bewusste Spannungen im Team permanent Steinchen ins Getriebe werfen. Das Individuum neigt in diesem Fall häufig dazu, eine offensichtliche “Schwachstelle” im System zu identifizieren (Aus meiner Erfahrung: “Du kommst ja immer so spät, da klappt das nicht gut!”).  Was zu noch mehr geworfenen Steinchen führt. Wie heißt es da so schön: Erst einmal an die eigene Nase fassen!

Wenn wir uns bewusster machen, wie wir so ticken, wo wir gut connecten, was uns auf die Palme bringt, legen wir einen soliden Grundstein für eine offene und konstruktive Kommunikation. Aus meiner Erfahrung heraus funktioniert das besonders gut mit einer wohldosierten Portion Selbstironie. Aus diesem Grund habe ich eine Methode zusammengestellt, die sich einerseits mit den persönlichen Faktoren der Zusammenarbeit beschäftigt und andererseits ein visuelles Feedback darüber zurückspielt, über dass gerne selber geschmunzelt werden darf.

Gebrauchsanweisung

1. Betriebsanleitung für mich selbst

Im ersten Schritt schätzen sich die Teammitglieder selbst ein und verfassen eine Art Betriebsanleitung über sich selbst. Es gibt verschiedene Fragenbeispiele, die man im Internet finden kann. Wichtig ist, dass die Betriebsanleitung nicht zu überdimensioniert ausfällt und die Eigenschaften und Verhaltensweisen gut durch Schlagworte auf den Punkt gebracht werden.

Sobald jeder seine Betriebsanleitung verfasst hat, stellen sich die Mitglieder diese gegenseitig vor. Anschließend kann diese Selbstwahrnehmung noch durch die Außenwahrnehmung ergänzt werden. Dazu setzt sich immer ein Mitglied auf den sogenannten “Feedback-Thron” und drum herum berichten die anderen, welche Erfahrungen sie in der Zusammenarbeit mit der entsprechenden Person gemacht haben. Der/Die Feedbacknehmer*in macht sich Notizen und ergänzt die Punkte die er/sie aufnehmen möchte in der Betriebsanleitung, kommentiert oder rechtfertigt sich jedoch nicht laut gegenüber den Feedbackgeber*innen.

2. Bauteile entwerfen

Jeder schaut in seiner Betriebsanleitung welche Schlagwörter, Eigenschaften oder Verhaltensweisen herausstechen und sammelt diese in einer Liste. Anschließend versucht jeder seine Begriffe mit einem einfachen Symbol zu visualisieren, das neben den Begriff gezeichnet wird.

Alle “Bauteile”-Listen werden an der Wand ausgestellt, sodass jeder einen Blick darauf werfen kann. Für den weiteren Verlauf gilt: Jeder darf bei jedem “klauen” bzw. sich inspirieren lassen, wenn man sich mit dem “Bauteil” von jemand anderem identifizieren kann.

3. “Maschine” zusammenbauen

Im letzten Schritt werden die Teile zusammengefügt und unsere innere “Machine” geprototypt: Wie hängen die Dinge zusammen? Was treibt den Motor an? Was schaltet die Machine ab? Wo sind die Schnittstellen zu anderen? Wo sind die sensiblen Bereiche? Wie sind diese geschützt? Die Bauteile aus Schritt 2 können jederzeit um weitere Elemente ergänzt werden z.B. Verbindungsstücke, Schalter, Weichen…

Die “Maschinen” werden zum Abschluss ausgestellt und besprochen. Schön ist es, wenn sie auch eine Weile im Teamspace hängen bleiben können.  Da es sich bei dieser Methode immer um “Momentaufnahmen” handelt, lohnt es sich die Bilder zu verwahren und zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal hervorzuholen und ggf. zu wiederholen.

 

Fazit

Ein schönes Zitat einer Teilnehmerin: “Ich hatte die Befürchtung, dass am Ende eine Maschine rauskommt. Tatsächlich war das Ergebnis aber sehr menschlich!”

Arbeitsblatt zum Download

Methode: Mit Superheld, Superschurke & Erzfeind das eigene Profil schärfen

Wenn ich im privaten Bereich oder im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit Feedback zu Webseiten gebe, fällt mir häufig auf, wie schwer es vielen fällt das eigene Ich bzw. das Unternehmes-Ich authentisch und aussagekräftig im Internetauftritt wiederzugeben. Oftmals steckt hier dahinter, dass zur ersten Orientierung geschaut wird: Wie machen das denn andere? Was finde ich bei anderen Webseiten gut? Was kann ich für meine Seite übernehmen? Ganz klar, jeder lässt sich irgendwo inspirieren, da ist prinzipiell auch nichts verkehrt dran! Trotzdem halte ich es davor für den wichtigsten ersten Schritt erst einmal auf sich selbst zu schauen, dass eigene Profil klar zu haben, um dann darauf aufbauen zu können. Zu diesem Zwecke setze ich gerne eine Methode ein, die Spaß macht und nebenbei Erkenntnisse über dich selbst bringt.

Gebrauchshinweise

In jedem von uns schlummern mächtige Superheldenkräfte – aber
auch ganz spannende „Superschurken“ Qualitäten. Mit der Methode “Superheld, Superschurke & Erzfeind” werden diese Eigenschaften der Persönlichkeit auf humorvolle Art und Weise entdeckt und für den kreativen eigenen Webauftritt genutzt.

ALLGEMEINER ABLAUF DER METHODE

1) Eigenschaften sammeln, eigene Ressourcen erkennen
Schreibe auf was du schon über dich und deine Stärken und Schwächen weißt oder frage andere wie sie dich einschätzen. Dabei helfen Fragen wie: Auf welche Eigenschaften kann ich mich gut verlassen? Was von meiner Persönlichkeit hilft mir auch knifflige Situationen zu lösen? Durch welche Eigenschaften stehe ich mir selbst auch mal im Wege? Sammle so viele Eigenschaften wie möglich.
Weitere unterstützende Methoden: Berg-und-Tal Lebenslinie , Fremdbild/Selbstbild

2) Eigenschaften verarbeiten
Die Fülle an gefundenen Eingeschaften solltest du in eine kondensierte Form bringen, durch Clustern, Oberbegriffe finden, Priorisieren (z.B. „diese Eigenschaft ist mir persönlich besonders wichtig“, “diese Eigenschaft offenbart sich häufig”, “diese Eigenschaft ist nach außen stark wahrnehmbar”).

3) Charaktere erschaffen 
Nun werden jedem Charakter (Superheld, Superschurke, Erzfeind) drei Eigenschaften zugeordnet. In der Regel werden Stärken eher dem Superhelden zugeordnet und Schwächen dem Superschurken. Aber es dürfen auch gerne komplexere Charaktere erschaffen werden. Der Erzfeind ist in meinem Verständnis so etwas wie der innere Schweinehund, der mich abhält Dinge zu tun, die ich eigentlich gerne tun möchte. Anschließend bekommen die Charaktere einen sprechenden Namen, der die Eigenschaften noch einmal zusammenfasst z.B. “Das Kreative Superkaninchen mit der Inspirationskanone”. Auch Wunderwaffen, Accessoires und Kostüme helfen dabei euren Charakter möglichst kurz und einprägsam zu beschreiben.  Das hilft besonders beim letzten Schritt, wenn es darum geht den Charakter zu zeichnen.

4) Die Superkräfte nutzen

Zeichne nun mit Hilfe deiner Charaktere drei verschiedene Varianten deiner Webseite/ Webauftritts:

  1. So würde eure Webseite aussehen, wenn der Superheld sie gestaltet
  2. so wenn der Superschurke ran darf
  3. und besonders spannend: so sieht die Variante des Erzfeinds aus.

Auf diese Weise hast du bereits ganz viele Ideen und Nicht-Ideen (vermutlich möchtest du nicht das der Erzfeind deinen Auftritt bestimmt) für einen kreativen und authentischen Webaufritt gesammelt. Falls du bereits einen Webauftritt hast kannst du auch aus Sicht der drei Charaktere auf deine Webseite schauen und diese auf Unstimmigkeiten hin analysieren. Erstaunlicherweise schafft es der Erzfeind nämlich recht häufig auf unsere Internetseiten und sorgt dafür, dass wir viel zu zurückhaltend sind oder die falschen Dinge in den Fokus rücken. 😉

Hier gibt es noch das Arbeitsblatt inkl. Kurzbeschreibung zum Download:

Superheld & Superschurke (PDF)